Was ist das Quantenrisiko für Bitcoin?
Ein Quantencomputer ist kein schneller Laptop. Die Geräte, die heute laufen, sind klein, laut und für Bitcoin harmlos. Das Risiko, das hier gemeint ist, liegt später: ein Rechner, der Shors Algorithmus auf der Kurve ausführt, mit der Bitcoin Signaturen prüft. Dann reicht ein öffentlicher Schlüssel, um den privaten Schlüssel zu rechnen. Der Hash eines Schlüssels ist dagegen zäh. Eine Suche wird nur quadratisch leichter, nicht plötzlich einfach.
«Bitcoin Quantencomputer» ist deshalb keine Schlagzeile, dass deine Münzen morgen wertlos sind. Es ist die Frage, ob dein Schlüssel schon offen auf der Chain liegt. Solange nur der Hash sichtbar ist, hat so ein Rechner keinen direkten Angriffspunkt. Sobald der Public Key öffentlich ist, kann er warten und später zuschlagen, ohne dass du noch einmal signierst.
Diese Seite macht genau diese Unterscheidung. Du lässt eine Bitcoin Adresse prüfen, siehst die Adressart und bekommst Schritte, die zur Lage passen. Niemand nennt dir ein Datum. Ein ehrliches Datum gibt es nicht. Was es gibt, ist der Unterschied zwischen einem Hash und einem Schlüssel, der schon in der Blockchain steht.
Welche Adressarten sind betroffen (1…, 3…, bc1q, bc1p)?
Bitcoin-Adressen verstecken den Schlüssel unterschiedlich gut. Betroffen heisst nicht, dass die Adresse heute unsicher ist. Es heisst, ob der Angriffspunkt schon da ist oder erst entsteht, wenn du zahlst.
Adressen mit 1 am Anfang sind P2PKH. In der Adresse steht ein Hash des Public Keys. Solange du noch nie ausgegeben hast, sieht die Chain den Schlüssel nicht. Wer nur die Adresse kopiert, kopiert den Hash, nicht den Punkt auf der Kurve.
Adressen mit 3 am Anfang sind P2SH. Öffentlich ist der Hash eines Scripts. Was darin steckt, kommt erst bei einer Ausgabe zum Vorschein. Ein einzelnes Schlüssel-Script und ein Multisig sehen von aussen gleich aus, bis jemand ausgibt. Bis dahin schützt der Hash, nicht die Hoffnung, dass niemand die Adresse kennt.
bc1q ist SegWit, meist ein Hash eines einzelnen Schlüssels, manchmal ein Hash eines Scripts. Auch hier steht in der Adresse kein Public Key. Das ist die Form, die der Befund für langes Liegenlassen als vorsichtigere Variante nennt: der Schlüssel bleibt verborgen, bis du ausgibst. Eine neue bc1q-Adresse, die noch nie eine Ausgabe hatte, ist der praktische Schritt, wenn dir das Szenario wichtig ist.
bc1p ist Taproot, und das Taproot Quantenrisiko ist anders gelagert. Die Adresse enthält den getweakten Public Key, einen Punkt auf der Kurve, keinen Hash. Wer die Adresse kennt, kennt diesen Punkt. Eine Ausgabe ist dafür nicht nötig. Taproot ist sparsam und für den Alltag gut gebaut. Für ein Lager, das Jahre unberührt bleiben soll, ist der offene Punkt der schwächere Schutz gegen einen späteren Quantenrechner.
Wann ist der Public Key öffentlich?
Bei 1…, 3… und bc1q ist der Public Key öffentlich, sobald von der Adresse ausgegeben wurde. Die Signatur legt den Schlüssel in die Transaktion. Er bleibt in der Blockchain, auch wenn das Geld schon weg ist. Was noch auf derselben Adresse liegt, trägt denselben offenen Schlüssel. Wechselgeld, das zurück auf die alte Adresse geht, erbt genau diese Lage.
Bei einer Adresse, die nur empfangen und nie ausgegeben hat, ist der Schlüssel nicht öffentlich. Der Hash verrät ihn praktisch nicht. Darum ist «nichts ausgeben, nur um zu testen» ein ernsthafter Hinweis. Der Test würde genau das veröffentlichen, was der Hash geschützt hat. Ein Blick im Explorer auf den Kontostand tut das nicht. Eine Ausgabe tut es.
Bei bc1p gilt das nicht. Der Public Key ist öffentlich, sobald jemand die Adresse sieht, also schon beim Empfangen. Ob schon eine Ausgabe auf der Chain steht, ändert die Lage nicht mehr grundlegend. Der Punkt ist da, bevor die erste Zahlung die Adresse verlässt.
Die Prüfung fragt eine öffentliche Esplora-Schnittstelle, ob eine Hash-Adresse schon ausgegeben hat. Die Adresse geht dafür dorthin. Der Befund sagt dir das Ergebnis in klaren Sätzen: noch geschützt durch den Hash, schon offengelegt durch eine Ausgabe, oder von Anfang an offen, weil es Taproot ist.
Wie schütze ich meine Bitcoin?
Bitcoin quantensicher im strengen Sinn, mit einer anderen Signatur im Protokoll, ist noch nicht der Alltag, den Wallets dir anbieten. Was du heute tun kannst, ist enger und nützlich: den Schlüssel nicht länger offen liegen lassen als nötig, und eine Adresse nicht als Daueradresse zu behandeln.
Wenn der Befund sagt, der Schlüssel ist noch nicht öffentlich, lass die Münzen liegen und gib nicht aus, nur um nachzusehen. Wenn du später zahlst, schick den ganzen Betrag in einer Transaktion auf eine neue Adresse. Wechselgeld gehört nicht zurück auf die alte. Dieselbe Adresse für den nächsten Empfang wieder zu nehmen ist bequem und macht den eben veröffentlichten Schlüssel zum Ziel für alles, was danach noch ankommt.
Wenn der Schlüssel schon offen ist, weil du ausgegeben hast oder weil es eine bc1p-Adresse ist, und dort noch ein Betrag liegt, den du lange halten willst, ist eine neue, unbenutzte bc1q-Adresse die vorsichtigere Form. Dort steht wieder nur ein Hash. Die neue Adresse danach nicht ein zweites Mal verwenden. Es gibt keinen Grund zur Hektik an diesem Nachmittag. Es gibt einen Grund, die Adresse zu kennen, bevor du sie als Tresor behandelst.
Die Prüfung kostet 100 Sats über Lightning, ohne Konto. Du siehst zuerst nur, ob die Adresse gültig ist und welche Art sie hat. Ob der Schlüssel schon öffentlich ist, steht im Befund nach der Zahlung. Der Befund bleibt höchstens zwei Tage an der offenen Rechnung und wird dann gelöscht.
Häufige Fragen
Ist Bitcoin durch einen Quantencomputer schon heute unsicher?
Nein. Es gibt keinen Rechner, der aus einem Bitcoin-Public-Key heute den privaten Schlüssel rechnet. Die Prüfung sagt nur, ob der Schlüssel schon offen liegt und damit später angreifbar wäre.
Wie prüfe ich, ob der Public Key meiner Bitcoin-Adresse öffentlich ist?
Du setzt die Adresse ein. Nach 100 Sats über Lightning siehst du die Adressart und, bei Hash-Adressen, ob schon eine Ausgabe den Public Key veröffentlicht hat.
Ist das Taproot-Quantenrisiko höher als bei bc1q?
Für langes Liegenlassen ja. Eine bc1p-Adresse enthält den getweakten Public Key. Eine unbenutzte bc1q-Adresse enthält nur einen Hash. Der Schlüssel wird dort erst beim Ausgeben sichtbar.
Was soll ich tun, wenn der Schlüssel schon offen liegt?
Beträge, die du lange halten willst, auf eine neue, noch nie benutzte bc1q-Adresse schicken und diese Adresse danach nicht ein zweites Mal verwenden. Es gibt keinen Grund, das in Panik noch heute Nacht zu tun.
Bleibt meine Adresse gespeichert, und brauche ich ein Konto?
Nein, kein Konto. Die Adresse und der Befund hängen höchstens zwei Tage an der offenen Rechnung und werden dann gelöscht. Für die Chain-Abfrage geht die Adresse an eine öffentliche Esplora-Schnittstelle.